Pressemitteilung 07/2026 Nach der dritten ergebnislosen Verhandlung: IG Metall erhöht Druck bei Mahle in Neustadt a.d.D.

Vierstündige Warnstreiks legen Produktion lahm – Arbeitgeber zeigt keinerlei Bewegung

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Neustadt a.d.D., 07. Mai 2026
Nach der dritten Verhandlungsrunde zur Zukunft des Mahle‑Standorts Neustadt an der Donau zieht die IG Metall eine ernüchternde Bilanz: Der Arbeitgeber hat am 6. Mai 2026 weder Zusagen zur Zukunft des Standorts gemacht noch Lösungsvorschläge für die angespannte Situation vorgelegt.

Auch nach intensiven Gesprächen ist keinerlei Bewegung oder ernsthafter Wille erkennbar, gemeinsam zu einer tragfähigen Lösung zu kommen.

Vor diesem Hintergrund hat die IG Metall den Druck auf den Arbeitgeber deutlich erhöht. Am heutigen 7. Mai 2026 legten die Beschäftigten in allen Schichten für jeweils vier Stunden die Arbeit nieder. Die Warnstreiks führten zu einem Stillstand der Produktion.

 

Arbeitgeber blockiert – trotz konkreter Vorschläge

Besonders enttäuschend aus Sicht der IG Metall: Bereits in der zweiten Verhandlungsrunde hatte die Gewerkschaft detailliert dargelegt, wie der Standort Neustadt wettbewerbsfähig aufgestellt werden kann – auch im Vergleich zum Werk in Senica (Slowakei). Statt diese Vorschläge aufzugreifen oder weiterzuentwickeln, blieb der Arbeitgeber konkrete Antworten schuldig. Einen neuen Verhandlungstermin gibt es bislang nicht.

„Wir haben dem Arbeitgeber sehr konkret aufgezeigt, wie Neustadt eine Zukunft haben kann – wirtschaftlich, realistisch und wettbewerbsfähig“, erklärt Rico Irmischer, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Regensburg. „Dass darauf keine ernsthafte Reaktion folgt, ist ein fatales Signal. Wer nach drei Verhandlungsrunden keine Zusagen macht und keine Lösungen anbietet, der zeigt sehr deutlich, dass er offenbar kein echtes Interesse an der Zukunft dieses Standorts hat.“

 

Warnstreiks als notwendige Konsequenz

Die IG Metall sieht die heutigen Warnstreiks als zwingende Konsequenz aus dem bisherigen Verhandlungsverlauf. Ziel ist es, den Arbeitgeber endlich zu verbindlichen Aussagen zu bewegen und deutlich zu machen, dass die Beschäftigten nicht bereit sind, weitere Hinhaltetaktiken hinzunehmen.

„Wir reden hier nicht über abstrakte Dinge, sondern konkret über die Zukunft von hunderten Arbeitsplätzen und ihren Familien“, betont Christian Neumeier, Betriebsratsvorsitzender und Mitglied der Verhandlungskommission. „Die Beschäftigten haben heute eindrucksvoll gezeigt, dass sie geschlossen hinter den Forderungen der IG Metall stehen. Wenn der Arbeitgeber weiter blockiert, wird der Druck weiter steigen.“

 

IG Metall bleibt gesprächsbereit – aber nicht um jeden Preis

Die IG Metall bekräftigt, dass sie weiterhin zu ernsthaften Verhandlungen bereit ist. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Arbeitgeber seinen Teil dazu beiträgt: Mit belastbaren Zusagen, einem klaren Bekenntnis zum Standort Neustadt a.d.D. und der Bereitschaft, über einen Zukunftstarifvertrag zu verhandeln, der Beschäftigung sichert, Aufträge an den Standort bringt und Investitionen verbindlich festschreibt.

„Wir wollen Lösungen und Zukunft – aber wir lassen uns nicht weiter vertrösten“, so Irmischer abschließend. „Die heutigen Warnstreiks sind ein deutliches Signal und nur der Anfang einer weiteren Eskalation, sollte sich der Arbeitgeber nicht endlich bewegen.“