Pressemitteilung 08/2026 IG Metall kündigt ganztägigen Warnstreik bei Mahle in Neustadt a.d.D. an

24 Stunden Warnstreik soll Management in Stuttgart in Bewegung bringen

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Neustadt a.d.D., 11. Mai 2026
Nach drei ergebnislosen Verhandlungen und zwei erfolgreichen kürzeren Warnstreiks in allen Schichten erhöht die IG Metall den Druck auf den Mahle‑Konzern deutlich.

Am Dienstag, 12. Mai 2026, ab 14:15 Uhr bis Mittwoch, 13. Mai 2026, 14:15 Uhr werden die Beschäftigten am Standort Neustadt an der Donau die Arbeit für 24 Stunden niederlegen.

Mit dem ganztägigen Warnstreik soll der Betrieb vollständig lahmgelegt und der Druck auf das Management in Stuttgart massiv erhöht werden.

Hintergrund der Eskalation sind die bislang erfolglosen Verhandlungen zur Zukunft des Standorts.

Auch in der dritten Verhandlungsrunde am 6. Mai 2026 hat der Arbeitgeber weder Zusagen zur Standortsicherung gemacht noch eigene Lösungsvorschläge vorgelegt.

Trotz detaillierter Konzepte der IG Metall, wie der Standort Neustadt wettbewerbsfähig – auch im Vergleich zum Werk in Senica (Slowakei) – aufgestellt werden kann, zeigte der Arbeitgeber keinerlei Bewegung.

Ein neuer Verhandlungstermin wurde bislang nicht vereinbart.

„Wir haben alles auf den Tisch gelegt, was es für eine wirtschaftlich sinnvolle Zukunft in Neustadt braucht“, erklärt Rico Irmischer, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Regensburg.

„Nach drei Verhandlungsrunden ohne Ergebnis, nach mehreren Warnstreiks und ohne einen neuen Verhandlungstermin ist klar: Diese Eskalation ist nicht unser Wunsch, sondern die direkte Folge der Blockadehaltung des Arbeitgebers. Die Verantwortung dafür trägt allein das Management.“

Bereits die jüngsten Warnstreiks – zunächst einstündig, zuletzt vierstündig in allen Schichten – hatten zu deutlichen Produktionsausfällen geführt. Eine Reaktion des Arbeitgebers blieb jedoch aus.

„Die Beschäftigten haben mehrfach gezeigt, dass sie bereit sind, für ihre Zukunft zu kämpfen“, sagt Christian Neumeier, Betriebsratsvorsitzender und Mitglied der Verhandlungskommission.

„Dass selbst nach einem vierstündigen Warnstreik in allen Schichten keinerlei Bewegung erkennbar ist, lässt uns keine andere Wahl, als den Druck jetzt deutlich zu erhöhen.“

Auch der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Peter Meier sieht die Verantwortung klar beim Arbeitgeber: „Wir würden viel lieber verhandeln als streiken“, betont Meier, ebenfalls Mitglied der Verhandlungskommission.

„Aber wer keine Zusagen macht, keine Perspektive aufzeigt und sich nicht einmal auf neue Gespräche einlässt, zwingt die Belegschaft förmlich zu diesem Schritt.“

Mit dem ganztägigen Warnstreik will die IG Metall ein unüberhörbares Signal nach Stuttgart senden. Ziel bleibt weiterhin eine verlässliche Zukunftsperspektive oder ein adäquater Sozialtarifvertrag für den Standort Neustadt a.d.D. und seine Beschäftigten.

„Der 24‑Stunden‑Warnstreik ist ein letzter, sehr deutlicher Warnschuss“, so Irmischer abschließend.

„Wenn das Management jetzt immer noch nicht bereit ist, ernsthaft über die Zukunft des Standorts zu verhandeln, dann werden wir zum letzten Mittel greifen müssen. Noch hat der Arbeitgeber es in der Hand.“