Neustadt a.d.D., 12. Mai 2026
Mit einem kraftvollen Auftakt ist heute der ganztägige Warnstreik bei Mahle in Neustadt an der Donau gestartet.
Seit Beginn des 24‑Stunden‑Warnstreiks um 14:15 Uhr steht die Produktion vollständig still, im Werk wird nicht mehr gearbeitet. Rund 300 Beschäftigte beteiligten sich an der Auftaktkundgebung vor dem Werkstor und machten unmissverständlich klar: Die Belegschaft ist geschlossen und kampfbereit.
Überschattet wird der Streikauftakt von einer Mitarbeiterinformation des Arbeitgebers, in der nach Angaben der IG Metall mitgeteilt wurde, dass der Standort Neustadt geschlossen werden soll. Für IG Metall und Betriebsrat ist damit endgültig klar, dass es dem Management nicht um ernsthafte Verhandlungen, sondern um die Abwicklung des Werks geht.
„Dass der Arbeitgeber den Beschäftigten nun offen die Schließung ihres Werks ankündigt, ist ein Skandal“, erklärt Rico Irmischer, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Regensburg. „Gleichzeitig zeigt dieser massive Streikstart, dass die Rechnung des Managements nicht aufgeht. Das Werk steht komplett still – und die Beschäftigten werden sich mit aller Kraft gegen diese Schließungspläne wehren.“
Vollständiger Stillstand nach monatelanger Hinhaltetaktik
Der ganztägige Warnstreik ist die bislang schärfste Antwort der Beschäftigten auf drei ergebnislose Verhandlungsrunden, mehrere Warnstreiks und die konsequente Weigerung des Arbeitgebers, Zusagen zur Zukunft des Standorts zu machen. Trotz detaillierter Konzepte der IG Metall, wie Neustadt wirtschaftlich sinnvoll und wettbewerbsfähig aufgestellt werden kann – auch im Vergleich zu Senica in der Slowakei – blieb jede Bewegung aus.
„Heute sieht man, wer hier die Wertschöpfung erbringt“, sagt Peter Meier, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender und Mitglied der Verhandlungskommission. „Ohne die Beschäftigten läuft hier nichts. Wenn der Arbeitgeber glaubt, er könne diesen Standort einfach dichtmachen, ohne massiven Widerstand zu bekommen, dann irrt er sich gewaltig.“
Breite Solidarität – klares Signal an Stuttgart
Bei der Auftaktkundgebung sprachen neben Rico Irmischer auch der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Mahle aus Stuttgart, Boris Schwürz. Zudem erreichten die Streikenden zahlreiche Solidaritätsbotschaften aus anderen Betrieben und Regionen, unter anderem von Michael Faltermeier, IG Metall‑Chef bei BMW Regensburg.
„Was hier in Neustadt passiert, ist ein Frontalangriff auf eine engagierte, leistungsfähige Belegschaft“, erklärte Boris Schwürz, Gesamtbetriebsratsvorsitzender von Mahle. „Die Geschlossenheit und Entschlossenheit, die wir heute hier sehen, sendet ein sehr klares Signal an die Konzernzentrale in Stuttgart.“
Beschäftigte kündigen massiven Widerstand an
Mit dem ganztägigen Warnstreik machen die Beschäftigten deutlich, dass sie eine Schließung des Standorts nicht kampflos hinnehmen werden. Ziel bleibt weiterhin eine verlässliche Zukunftsperspektive für Neustadt.
„Dieser Warnstreik ist ein letzter, unübersehbarer Warnschuss“, so Irmischer abschließend. „Wenn das Management trotz Stillstand der Produktion und trotz dieses klaren Signals an seinen Schließungsplänen festhält, dann werden wir als nächstes unbefristet streiken. Die Beschäftigten sind entschlossen, diesen Kampf zu führen.“
Der Ganztages-Warnstreik dauert noch bis zum 13. Mai 2026 um 14:15 Uhr an, danach wird die Produktion regulär weiter betrieben. Für die kommende Woche kündigt die IG Metall weitere Arbeitskampfmaßnahmen an.