Pressemitteilung 04/2026
Mahle Neustadt: Arbeitgeber bricht gemeinsamen Zukunftsprozess

Die IG Metall Regensburg und der Betriebsrat von Mahle in Neustadt an der Donau kritisieren das Vorgehen des Arbeitgebers scharf, der ohne Einbindung der Arbeitnehmervertretungen mit einem Investor über den Verkauf des Betriebsgeländes und der Werkshallen korrespondiert.

17. Februar 202617. 2. 2026


Der Investor beabsichtigt nach bisherigen Informationen nicht den Betrieb zu übernehmen, sondern lediglich Immobilien zu erwerben und diese im Rahmen eines Lease‑Back‑Modells an Mahle zurückzuvermieten. Für die IG Metall ist klar: Das ist ein erster Schritt in Richtung Abwicklung und Verlagerung des Standorts – und ein massiver Bruch vereinbarter Prozesse.

Arbeitgeber gefährdet Zukunft des Standorts

Seit Monaten warten Betriebsrat und IG Metall auf belastbare Zukunftsplanungen für das Werk. Der Standort ist aufgrund mangelnder Folgeaufträge nicht ausgelastet. Dabei zeigt ein externes Gutachten: Das Werk ist profitabel und wirtschaftlich stärker als vergleichbare Mahle‑Standorte in Osteuropa.

Statt gemeinsam um neues Zukunftsgeschäft zu kämpfen, geht der Arbeitgeber nun überraschend völlig eigene Wege.

Rico Irmischer, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Regensburg, betont:
„Wer so handelt, kündigt den gemeinsamen Zukunftsprozess faktisch auf. Wenn Management und Konzernspitze in Stuttgart glauben, man könne die Zukunft dieses Standorts hinter verschlossenen Türen verscherbeln, haben sie sich getäuscht. Die Beschäftigten hier in Neustadt haben über Jahrzehnte bewiesen, dass sie profitabel, zuverlässig und innovativ produzieren können – deutlich besser als manche Werke in Osteuropa. Wir werden nicht zulassen, dass man uns heimlich kaputtspart.“

Betriebsrat spricht von „klarem Signal Richtung Standortschließung“

Auch der Betriebsrat zeigt sich fassungslos angesichts des Vorgehens. Peter Meier, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender in Neustadt, erklärt:
„Dass die Arbeitgeberseite ohne jede Information an uns mit einem Investor verhandelt, der nur die Immobilien will, ist ein Alarmsignal. Wer Hallen verkauft, ohne über die Zukunft der Menschen zu reden, plant nicht Zukunft – er bereitet das Gegenteil vor. Wir reden hier über Existenzen, Familien, über ein komplettes Werk. Der Standort darf nicht still und heimlich ausbluten.“

IG Metall und Betriebsrat informieren die Belegschaft – Maßnahmen in Vorbereitung

Der Vertrauensbruch ist so erheblich, dass IG Metall und Betriebsrat kurzfristig entschieden haben, die gesamte Belegschaft zu informieren und in den nächsten Tagen intensiv das Gespräch zu suchen. Gemeinsam wird beraten, welche gewerkschaftlichen und betrieblichen Maßnahmen notwendig werden, um in Stuttgart unmissverständlich klarzumachen:
Die Beschäftigten in Neustadt werden um ihren Standort kämpfen.

Irmischer weiter:
„Wenn das Management meint, wir würden nach diesem Schritt einfach zur Tagesordnung übergehen, irrt es sich gewaltig. Wir sind bereit, alles Nötige zu tun, um die Zukunft dieses Standorts zu sichern.“

Um den bedrohten Standort Neustadt effektiv zu schützen und den Zusammenhalt der Belegschaft zu stärken, sind die nächsten Schritte klar definiert: Die IG Metall und der Betriebsrat werden kurzfristig weitere Informationsveranstaltungen für alle Beschäftigten organisieren, um Transparenz über die aktuellen Entwicklungen herzustellen. Parallel dazu laufen bereits juristische Vorbereitungen, um mögliche Aktionen durchzuführen und die Interessen der Belegschaft bestmöglich zu vertreten. IG Metall und Betriebsrat fordern vom Konzernvorstand in Stuttgart volle Offenlegung aller Pläne und Hintergründe, damit die Zukunft des Standorts Neustadt nicht hinter verschlossenen Türen entschieden wird. „Die Beschäftigten sind bereit, gemeinsam und entschlossen für ihre Arbeitsplätze und den Fortbestand des Werks zu kämpfen“, zeigt sich Irmischer kämpferisch.